Der Mainstreammedien-Guide von RT Deutsch – Eine Einschätzung Teil 2

by Mirjam Wörnle

In dem Artikel von RT Deutsch geht es weiter mit dem Punkt “Wissenswertes”. Da der sehr lang ist, habe ich nur einzelne Stellen herausgegriffen.

“Mit einem jährlichen Gesamtbudget von rund 8,3 Milliarden Euro gehören die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten zu den größten Akteuren der deutschen Medienlandschaft. Die Finanzierung erfolgt durch einen höchst unpopulären Pflichtbeitrag, der aktuell bei 17,50 Euro pro Haushalt und Monat liegt. Bei der intransparenten Nutzung des Geldes kommt es immer wieder zu Korruptions- und Missbrauchsvorwürfen, insbesondere in Bezug auf ein eng verflochtenes Netz von Beteiligungs- und Produktionsgesellschaften im Umfeld der Sendeanstalten, die sich gegenseitig mit Aufträgen versorgen.”

Sicherlich gibt es in Deutschland einige, die keine Freunde des Rundfunkbeitrags sind. Ihn als “höchst unpopulär” zu bezeichnen, scheint mir persönlich allerdings etwas übertrieben. Tatsächlich muss man aber sagen, dass mehr Transparenz bei den öffentlich-rechtlichen Medien definitiv zu wünschen wäre. Interessant ist an diesem Abschnitt allerdings, dass die RT Deutsch Redakteure ihre Thesen mit Artikeln von Medien zu belegen versuchen, die sie selbst ebenfalls als “Mainstreammedien” bezeichnen (Focus, SZ, FAZ, siehe Links – Tageszeitungen sollen in Teil 5 der Reihe “Der ultimative Mainstreammedien-Guide von RT Deutsch” betrachtet werden). Womit sich nunmal auch zeigt, dass die Medien in Deutschland sehr wohl kritisch über einander berichten.

“Die ARD Tagesschau und ZDF heute gelten als einflussreichste politische Nachrichtensendungen im deutschen Fernsehen, mussten in den vergangenen Jahrzehnten jedoch stetige Zuschauerrückgänge verkraften. Zwischen 1992 und 2015 fiel die Zuschauerzahl der Tagesschau von rund 8,3 Millionen auf zirka 5 Millionen, die von ZDF heute von 7 Millionen auf knapp 3,5 Millionen.”

Was RT Deutsch hier verschweigt (anders als der Spiegel Online Artikel, auf den sie sich berufen): Auch die Nachrichtensendungen der Privaten verlieren Zuschauer. Einer der Gründe hierfür ist womöglich schlicht und ergreifend die Abwanderung des Publikums ins Internet.

Hier geht es zum nächsten Teil.