Die Glaubwürdigkeit ist gering. Leider.

by Mirjam Wörnle

Aber es ist kein Wunder. Immer wieder erscheinen Artikel und Beiträge, in denen Behauptungen zu finden sind, die sich kurze Zeit später als unwahr herausstellen. Eines der aktuellen Themen: Die Berichterstattung über die Rückgabe des Verdienstordens von Uli Hoeneß:

“Ende voriger Woche erschien dann ein Boulevardblatt mit der Schlagzeile: “Hoeneß gibt Verdienstorden zurück!” Zusatz: “Weil er sich ungerecht behandelt fühlt.” Die Ordensrückgabe sei “allein seine Entscheidung” gewesen. Hoeneß wolle “auf Distanz gehen zu Seehofer und den Politikern. Offenbar fühlt sich Hoeneß ungerecht behandelt, weil er – soweit bekannt – als einziger Bundesbürger ins Gefängnis musste, nachdem er seine Steuerhinterziehung selbst angezeigt hatte.” So stand es da. Eine Nachrichtenagentur griff das Thema auf; es mäanderte durch die Republik, auch die SZ veröffentlichte eine Agenturversion der Geschichte. Doch damit war es nicht getan. Etliche Kommentatoren nahmen sich Hoeneß vor. Seine angebliche Rückgabe “aus Unzufriedenheit mit der Landespolitik rund um den Prozess” zeuge von “mangelndem Verständnis für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit”, schrieb ein Blatt. (…) Etwa 40 Medien, die der falschen Spur gefolgt sind, müssen nun mit Unterlassungserklärungen rechnen.” (Quelle: Sueddeutsche.de)

Es scheint also nicht wirklich überraschend, dass Menschen wenig Vertrauen in die Berichterstattung haben.

Eine von dem Medienmagazin ZAPP eigens in Auftrag gegebenen Erhebung verdeutlicht, was schon länger zu befürchten war:

Natürlich kommen Fehler in der Berichterstattung nicht von ungefähr. Der Druck ist groß, die Zeit gering. Der Nutzer möchte alles sofort erfahren und daher kein Medium mit der Veröffentlichung warten. Nur leider mussten wir immer wieder feststellen, dass es so nicht funktioniert. Wir müssen umdenken, uns klar machen, dass Schnelligkeit nicht die oberste Maxime sein kann und darf. Auch wenn das auf den ersten Blick im Redaktionsalltag nicht realisierbar zu sein scheint: Wir haben keine andere Wahl. Denn ohne das Vertrauen der Menschen in die Medien werden diese künftig nicht mehr existieren.